Barrieren werden reduziert

21.05.2010
Die Modernisierung und der Neubau altersgerechter Wohnungen ist für die nächsten Jahre eine der Kernaufgaben der Bau- und Wohnungspolitik in Deutschland, stellt das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) in einer aktuellen Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fest. Bundesweit leben nur fünf Prozent der Älteren in Wohnungen, die als barrierefrei/-arm gelten können.

Die Zahl der Personen, die barrierearme Wohnungen brauchen, wird in den nächsten Jahren drastisch zunehmen. Man schätzt, dass bundesweit bereits in etwa 2,5 Millionen Haushalten Menschen mit Mobilitätseinschränkungen leben. Ihren Wohnraum für sie umzubauen erfordert nach einer Studie des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V. bis 2013 Investitionen in Höhe von 39 Milliarden Euro.
Wenn Genossenschaften in ihren Beständen modernisieren und sanieren, werden oft zugleich auch Barrieren reduziert. Die Experten konzentrieren sich dabei auf zwei Themen: die Zugänglichkeit der Wohnung und das Badezimmer.

Hier einige Beispiele:
Bei der Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg eG werden seit 2006 bei Badsanierungen systematisch Barrieren abgebaut. Das bedeutet, die Badtüren werden verbreitert und nach außen aufgeschlagen, große Duschtassen werden eingebaut und Vorinstallationen für Haltegriffe an WC etc. bereits eingebaut.

Gerade wurden 103 Bäder in Stuttgart-Möhringen so erneuert. Jährlich modernisiert die LBG 100-250 Badezimmer, die Kosten variieren zwischen 10.000 und 35.000 Euro pro Bad. An verschiedenen Häusern wurde inzwischen durch Anhebung des Außenniveaus oder Anbau von Rampen ein barrierefreier Zugang zum Haus und zu den Erdgeschosswohnungen erreicht. In Wohngebieten mit etwa 500 LBG-Wohnungen wird versucht jeweils ein Haus mit einem Aufzug auszustatten.

In Stuttgart-Giebel hat der Bau- und Heimstättenverein eG aktuell bei einer Anlage mit 88 Wohnungen nachträglich Fahrstühle angebaut, so dass etwa diese Hälfte dieser Wohnungen jetzt barrierefrei erreichbar ist. Die Außentreppen wurden durch Rampen ersetzt, die Laubengänge zu den Wohnungen teilweise angehoben, um Stufen zu vermeiden. Bad und WC wurden zusammengelegt, um die Badfläche zu vergrößern. Die Baugenossenschaft Zuffenhausen eG hat 2009 fünf Badezimmer erneuert und dabei mit bodengleichen Duschen ausgestattet. Das kostete jeweils 15.000 Euro. 2010 werden fünf weitere Bäder folgen. Bei einer Aufzugsanierung Anfang 2010 hat sie Aufzüge so erneuert, dass künftig 74 Wohnungen stufenlos erreichbar sind. Dafür investiert die Genossenschaft 320.000 Euro. Weitere derartige Modernisierungen sind bei diesen und anderen
Genossenschaften in der Planung.
Barrierefrei - Barrierearm
Barrierefreies Bauen orientiert sich an den Bedürfnissen von Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Die dafür entwickelten Vorschriften von DIN 18024 und 18025 werden zukünftig durch die neue Norm DIN 18040 ersetzt. Barrierearmes Bauen reduziert Barrieren auf ein Minimum.

Info unter:
www.behindertenbeauftragter.de